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„Martin Linder,

Hofbauer auf dem Linderhof“

 

Im Feuerversicherungsbuch der Gemeinde Ohrensbach werden am 1. Januar 1920 für das Grund-stück Talstr. 86 folgende Besitzer aufgeführt:

 

Xaver Linder: Wohnhaus, Scheuer, Schweinestall, Holzschopf;

Josef Linder: Blechnerwerk-stätte, Abort- u. Ganganlage, Schweinestall;

Robert Linder: Schlachthaus, Wohnhaus, Abortan-lage, Schopfanbau, Eishausanbau.

 

Am 11. November 1922 teilt das Bezirksamt Waldkirch die Betriebsanmeldung von Robert Linder, Metzger in Ohrensbach, mit. Robert Linder wird in den 1920er Jahren mit seinem Metzgereibetrieb mehrfach genannt. Ab etwa 1932 betreibt die Metzgerei Linder eine Filiale in Unterglottertal, Talstr. 46, und im Jahr 1933 wird Robert Linder mit seiner Metzgerei als Innungsmitglied erwähnt.   Als Robert Linder im Jahr 1934 das Gasthaus „Goldener Engel“ in Glottertal pachtet, scheidet er aus dem Metzgereibetrieb aus, und übergibt die Leitung der Metzgerei seinem Stiefbruder Hermann Linder. Dieser Hermann Linder, Sohn des Georg Linder und der Elisabeth Vetter, heiratet am 29. Oktober 1936 die Berta Blattmann vom Bernethansenhof.

Im Jahr 1979 beginnt der Sohn von Paul und Maria Linder, Hermann Linder, im elterlichen Betrieb die Lehre als Metzger. Er legt bereits 1981 die Gesellenprüfung ab und wird am Ende noch Bundessieger. Aufgrund seiner fachlichen Leistungen kann er 1982, im Alter von 20 Jahren die Meisterprüfung ablegen und übernimmt dann am 1. Januar 1983 den elterlichen Metzgereibetrieb. Der junge Metzgermeister geht neue Wege. Als ersten Schritt wird 1983 ein neues Ladengeschäft in der Talstr. 86 gebaut. Es folgen weitere Schritte in Richtung Expansion. 1985 Eröffnung Verkaufsfiliale in Sexau.

 

1987

Beginn der Belieferung des Kaufhofs in Freiburg;

1991

Eröffnung einer Verkaufsfiliale in Glottertal, Talstr. 62.

1997

Beginn des Bauernmarktes in Freiburg in der Schwarzwaldcity.

Unerwartet verstirbt am 29. August 1999 Metzgermeister Paul Linder im Alter von 62 Jahren.

2001

Beginn der Belieferungen an REWE-Filialen. Es gelingt Hermann Linder eine enge Zusammenarbeit mit der Ladenkette REWE. Inzwischen beliefert die Metzgerei Linder 80 REWE-Märkte von Südbaden bis nach Pforzheim.

2004

Einrichtung einer festen Verkaufsfiliale in Freiburg in der der Schwarzwaldcity

2004

Eröffnung einer Verkaufsfiliale in Freiburg, Schwarzwaldstr. 80

2008

Die Metzgerei Linder erhält als erste Metzgerei im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald das Zertifikat als EU-Betrieb.

 

 

2011 beschäftigt die Metzgerei Linder 55 Mitarbeiter, davon 8 Metzgermeister. Man betreibt vier Verkaufsgeschäfte. Es werden täglich 50 REWE- Märkte mit Frischwaren beliefert. Wöchentlich werden 40 bis 50 Schweine, sechs bis 8 Rinder sowie einige Lämmer, plus vom Chef selbstgejag-tes Wild verarbeitet. Für die Kunden ist es wichtig zu wissen, dass sämtliche Tiere aus der näheren Umgebung stammen. Die Metzgerei Linder betreibt in Denzlingen auf zwei Bauernhöfen eine eigene Schweinezucht.

Weil die Räumlichkeiten im Stammhaus in Glottertal für die Erfüllung des Verkaufsvolumen nicht mehr ausreichen, werden größere Betriebsräume benötigt. In knapp 13 Monaten Bauzeit wird am 12. April 2014 in Denzlingen, im Gewerbegebiet Türleacker, Markgrafenstr. 139-145 ein neues Betriebsgebäude mit 3.000 qm Räumlichkeiten eingeweiht, in dem Metzgerei, Lager und Verwaltung untergebracht sind. Außergewöhnlich ist dabei das neue Energie-Konzept mit einer leistungsfähigen Fotovoltaik Anlage. Von der inzwischen 85-köpfigen Belegschaft arbeiten nun 30 in Denzlingen.  Mit den neuen Betriebsräumen hat sich das Produktionsvolumen entscheidend erhöht. Es werden täglich vier Tonnen Fleisch verarbeitet, die sich auf 150 verschiedene Produkte verteilen.

Die Linder sind erstmals 1717 in den Kirchenbüchern von Glottertal erwähnt. Ein Martin Linder, Hofbauer auf dem Linderhof, heiratet in jenem Jahr eine Katharina Hoch. Der erste Linder, welcher als Metzger genannt wird, war ein Lorenz Linder (*1873-+1908) aus Ohrensbach. Er erhielt am 30. August 1903 vom Ohrensbacher Gemeinderat die Genehmigung ein Schlachthaus und Eiskeller auf dem  Grundstück, heutige Talstraße 86, zu bauen.

Am 6. Juni 1905 verheiratet sich Lorenz Linder mit der aus Maulburg stammenden Elisabeth Vetter (1869-1916). Lorenz Linder verunglückt am 26. Juni 1908 tödlich, nach dem Kauf von Schafen in St. Peter, bei der Heimfahrt in der Ränke. Die Pferde gingen durch, wobei der Wagen umstürzte und ihn, und eine Begleiterin aus St. Peter, unter sich begrub. Tragisch war dabei, dass sein Hund anfangs die herbeigeeilten Leute, welche erste Hilfe leisten wollten, nicht an den bewusstlos daliegenden Lorenz heranließ. Als dies schließlich gelang, war es zu spät. Ein Bildstöckle erinnert an der Unfallstelle an dieses Ereignis.

Die Witwe führte den Metzgereibetrieb mit Hilfe des Schwagers und Bruder ihres Ehemannes  Georg Linder, der ebenfalls Metzger war, weiter. Die Witwe Elisabeth Linder heiratete dann am 25. September 1909 Georg Linder (1884-1915).

Georg stirbt am 29. Juni 1915 als Soldat in Galizien im Lazarett Er hinterließ seine Frau, die zum 2. Mal Witwe wurde, mit den beiden Kindern Robert und Eugen aus 1. Ehe, und den sechsjährigen eigenen Sohn Hermann.

Als Elisabeth Linder am 19. September 1916 stirbt, erbt ihr Sohn aus erster Ehe, Robert Linder den Metzgereibetrieb.

Der aus der zweiten Ehe stammende Sohn Hermann (1909-1961) lernt ebenfalls das Metzgerhandwerk und arbeitet bei seinem Stiefbruder Robert.

Lorenz Linder

Georg Linder

Elisabeth Vetter

Paul Linder & Maria Lochner

 

Vom 26. September bis 1. Oktober 2016  feierte die Metzgerei Linder ihr 80-jähriges  Jubiläum. Zum Abschluss wurde mit rund 400 geladenen Gästen unter dem großen Dach des Linder-Fuhrparks im Denzlinger Gewerbegebiet im Türleacker gefeiert. Neben den 85 Firmenmitarbeitern waren über 100 Landwirte und zahlreiche REWE-Filialbetreiber mit Familienangehörigen zu Gast.

Auf Einladung von Firmenchef Hermann Linder und der Freiburger Innung besuchten bereits Tage zuvor zahlreiche Metzgermeister aus der Schweiz, Frankreich und aus Südbaden die inzwischen zum Vorzeigeunternehmen gewordene Firma. Besucht wurden das Glottertäler Stammgeschäft, die dortige Filiale im Ortszentrum sowie die neue hochmoderne Produktionsstätte in Denzlingen. Hermann Linder betonte wie wichtig und wertvoll ihm das Vertrauensverhältnis mit den Landwirten der Region als Lieferanten, sowie mit seinen Kunden ist.

 

 

Der Firmen-Wahlspruch;

 „Aus der Region – für die Region“

soll auch weiterhin uneingeschränkt Gültigkeit haben.

 

 

"Aus dem Schwarzwald is(s)t für den Schwarzwald - wir leben mit Bauern und Kunden eine Partnerschaft der kurzen Wege."

- Ihr Hermann Linder -